Donnerstag, 27. April 2017

Let's Talk About: 13 Reasons Why♡


“You don’t know what goes on in anyone’s life but your own. And when you mess with one part of a person’s life, you’re not messing with just that part. Unfortunately, you can’t be that precise and selective. When you mess with one part of a person’s life, you’re messing with their entire life. Everything. . . affects everything.” - Jay Asher


Wie ihr sehr wahrscheinlich mitbekommen habt, sei es dank Instagram, Youtube oder sonst irgendwie, hat Netflix vor Kurzem eine neue Serie herausgebracht. "13 Reasons Why" basiert auf dem Buch von Jay Asher, das im Deutschen "Tote Mädchen lügen nicht" heisst. Ich habe dieses Buch vor ein paar Jahren gelesen und fand es sehr gut, jedoch habe ich danach nicht mehr viel darüber nachgedacht. Ich denke, das liegt einfach daran, dass ich damals noch zu jung war, um die ganze Story komplett zu verstehen und auch die grössere Bedeutung vollständig zu erkennen. Als jetzt aber eben diese Serie veröffentlicht wurde, war mein Interesse wieder geweckt. Da die Geschichte bei mir nicht mehr so präsent war, freute ich mich darauf, die Verfilmung anzuschauen und war sehr gespannt, wie das Ganze umgesetzt wurde. Das mich die Serie aber sosehr mitnehmen, begeistern und zum Nachdenken anregen würde, wie sie es getan hat, hätte ich so nie erwartet! Eine kurze Warnung noch vor dem Weiterlesen: Es kann sein, beziehungsweise wird es ganz sicher so sein, dass dieser Post Spoiler enthält! Falls ihr die Serie also noch nicht gesehen und das Buch nicht gelesen habt, solltet ihr vielleicht lieber wegklicken...

Ich habe die Serie ohne grosse Erwartungen gestartet und hoffte eigentlich nur auf gute Unterhaltung. Unterhalten hat sie mich eindeutig und ich kann nicht wirklich in Worte fassen, wie unglaublich beeindruckend und gut ich sie fand.

Der Cast und die Charakteren

Zuerst einmal begeisterte mich die Leistung der Schauspieler und Schauspielerinnen enorm. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, war die Rolle der Hannah Baker die erste grosse Rolle überhaupt für die Hauptdarstellerin Katherine Langford. Das hat man aber überhaupt nicht gemerkt. Sie hatte eindeutig keine leichte Aufgabe, hat sie aber super gemeistert. Auch Dylan Minnette als Clay Jensen fand ich eine perfekte Auswahl. Dylan hat meiner Meinung nach nicht nur das richtige Aussehen für Clay, sondern auch super geschauspielert. Auch den restlichen Cast fand ich sehr überzeugend und sie haben ihre Rollen alle sehr individuell verkörpert.

Was mir an der Geschichte so gut gefällt, ist, dass die Charakteren unterschiedlicher kaum sein könnten. Da haben wir zum einen den "Nice Guy" Clay, der zu schüchtern ist, um Hannah seine Liebe zu gestehen und irgendwie ein bisschen nerdig rüberkommt. Dann sind da die Basketballer, die sich zwar alle zu den beliebten Kids zählen können, gleichzeitig aber sehr unterschiedliche Hintergründe und Charakterzüge haben. Das fand ich sehr angenehm, da viele Teeniefilme jeweils nur die Gruppe der schönen, etwas dümmlichen Sportler haben. Das ist in der Serie ganz und gar nicht so - was mir aber auch nicht immer gefallen hat - aber dazu später mehr. Auch die weiteren Personen sind alle sehr interessant und ich glaube, das ist es auch, was die Serie so echt und lebensnah wirken lässt, denn schliesslich sind die Menschen auch in der "echten" Welt alle unterschiedlich.

Zwei weitere Personen, die ich hier auch noch kurz erwähnen möchte, sind Tony und Jeff. Tony ist ein Freund von Clay und er ist während der ganzen Serie immer wieder an seiner Seite zu sehen, da er ihn "verfolgt", um sicher zu gehen, dass er nichts Unüberlegtes anstellt und ich liebe die Freundschaft zwischen ihnen! Und Jeff habt ihr bestimmt schon auf vielen Bildern auf Instagram gesehen, denn er stirbt ja leider recht unerwartet und irgendwie ein Stück weit auch unnötig bei einem Autounfall. Wobei unnötig vielleicht ein wenig übertrieben ist, denn ich glaube, wäre er nicht gestorben, wäre die ganze Sache für Hannah nicht ganz so schlimm gewesen und hätte vieles ändern können, daher verstehe ich schon, weshalb die Macher es so geschehen liessen. Trotzdem hat mich sein Tod wirklich extrem traurig und wütend gemacht, was nur einmal mehr zeigt, wie grossartig die Leistung der Schauspieler ist.

Das Setting und das Licht

Die Serie spielt in einer Kleinstadt und viele Szenen laufen in der Schule ab. Ich fand das Setting gut, da es eine Kleinstadt wie jede andere ist, was verdeutlicht, dass diese Geschehnisse wirklich so passieren können.

Das Licht erwähne ich hier, weil ich es so toll finde, wie der Unterschied zwischen der Vergangenheit, in der Hannah noch lebt und der Gegenwart, in der sie tot ist, veranschaulicht wird. In den Szenen der Vergangenheit "leuchtet" die ganze Umgebung in einem warmen Licht, während in der Gegenwart alles sehr kühl und dadurch auch irgendwie trostlos wirkt.

Soundtrack

Die Serie hat nicht allzu viele Lieder als Soundtrack verwendet, was man merkt, wenn man auf Spotify mal nach dem Soundtrack sucht. Die Lieder, die verwendet wurden, haben aber sehr gut gepasst. Es wurden eher unbekannte Lieder ausgesucht, ausser die beiden Songs, die von Selena Gomez gesungen wurden. Was mich ausserdem sehr beeindruckte, war, wie es die Producer geschafft haben, in den richtigen Momenten gar keine Musik zu verwenden, was die Szenen umso echter und packender wirken liessen. Das war zum Beispiel bei Hannahs Todesszene so. Da war nur ihr Atmen zu hören, was es zwar unglaublich schwer zu schauen macht, aber auch sehr wirkungsvoll ist.

Was mir nicht so gefallen hat

Als ich mit der Serie fertig war, fiel mir zuerst einmal überhaupt nichts ein, was mir nicht gefiel und ich war komplett überwältigt von Emotionen. Doch dann habe ich mir sehr lange und ausführlich mit einer Freundin über die Serie unterhalten, der sie nicht sosehr gefallen hat wie mir. Und tatsächlich habe ich nun doch auch etwas zu bemängeln. Grundsätzlich würde ich der Serie 5 von 5 Sternen geben, was mich aber wirklich etwas gestört hat, wenn ich etwas näher darüber nachdenke, ist, dass fast jede Figur eine tragische Geschichte zugewiesen bekam. Während ich den traurigen Hintergrund bei Justin irgendwie passend und gut fand, empfand ich es bei Courtney eher etwas störend, da sie damit ihre Taten rechtfertigen wollte, was mich wiederum nur aufregte. Abgesehen davon, kann und will ich an der Serie aber rein gar nichts aussetzen.


Warum ich die Serie so beeindruckend fand


Ich bin normalerweise überhaupt kein Serienmensch und habe vor "13 Reasons Why" noch nie eine Serie von Anfang bis Ende geschaut. Irgendwie ist es mir normalerweise immer zu anstrengend, es braucht zu viel Zeit (die ich nicht habe) und meistens verliere ich mein Interesse, wenn eine Serie mehr als drei oder vier Staffeln hat nach einer Weile. Deshalb ist diese Serie wie für mich geschaffen. Denn bisher sind nur die dreizehn Folgen der ersten Staffel draussen. Es gibt zwar bereits Gerüchte, die besagen, dass noch mindestens eine weitere Staffel gedreht werden wird, doch das ist soweit ich weiss noch nicht bestätigt.


Allgemein kann ich sagen, dass mich die Serie von Anfang bis Ende gepackt hat und ich mich jedes Mal freute, wenn ich Zeit fand, um endlich weiterschauen zu können. Ich denke, was mir so gefallen hat, ist, dass bei dieser Serie nicht nur auf den Unterhaltungswert geachtet wurde, sondern auch wichtige Themen angesprochen und gezeigt wurden. Die Macher möchten auf Dinge wie Selbstmord aufmerksam machen und das hat man meiner Meinung nach gemerkt. Ein Beispiel dafür ist, dass sich Hannah nicht wie im Buch mit Tabletten, sondern mit dem Aufschlitzen ihrer Pulsadern das Leben nimmt. Das haben die Macher absichtlich so gemacht, um zu zeigen, dass Suizid weder einfach noch auf irgendeine Weise glorreich ist und das finde ich eine sehr gute Überlegung. Es macht es zwar extrem schwierig, die Szene zu schauen, aber es bleibt einem auch weiterhin im Kopf und lässt einen nicht wirklich los, was wahrscheinlich auch ein wenig der Sinn dahinter ist.


Mich hat durch die Serie vor allem die Erkenntnis getroffen, dass solche Dinge täglich und überall auf der Welt passieren. Jeder Mensch kann von schlimmen Ereignissen getroffen werden und nicht immer merkt das Umfeld, wie schlecht es einer Person wirklich geht und diese Erkenntnis macht mich einfach fertig. Dieses Wissen, dass man jeden Tag Menschen sehen und treffen kann, denen es vielleicht hinter ihrer Fassade schrecklich geht und die vielleicht keinen Sinn mehr im Leben sehen, ohne zu merken, was in ihnen vorgeht, beschäftigt mich sehr. Denn ich finde es einfach nur furchtbar, wenn man einem Menschen nicht helfen kann, einfach nur, weil man nicht weiss, dass man helfen sollte.


Was die Serie auch sehr eindrücklich zeigt, ist, dass auch die kleinsten Dinge einen Menschen zerstören können. Denn diese kleinen Dinge summieren sich und werden immer grösser und grösser, bis sie vielleicht unerträglich sind. Natürlich sind nicht alle dreizehn Gründe, die Hannah aufzählt klein und eher unbedeutend. Es gibt auch ganz entsetzliche Erlebnisse in Hannahs Leben, doch manche Gründe wirken auf den ersten Blick vielleicht etwas klein. Gründe, die der Verursacher vielleicht längst vergessen hat, während Hannah sie nicht vergessen kann. Und das ist etwas, was uns allen wohl endlich bewusst werden sollte. Egal wie unwichtig und klein unsere Taten für uns zu sein scheinen, für jemand anderen kann es eine Katastrophe bedeuten. Also: Seid nett zu euren Mitmenschen und schaut das nächste Mal etwas genauer hin, wenn ihr das Gefühl habt, jemandem könnte es vielleicht nicht so gut gehen!


Und falls es euch vielleicht selber nicht gut gehen sollte, schreibe ich hier noch eine Telefonnummer einer Helpline hin, die ihr jederzeit anrufen könnt und verlinke euch auch noch eine Website, die vielleicht helfen kann! Und denkt daran: Es gibt immer Menschen, die euch lieben.


Die Nummer gegen Kummer: 0800 111 0 333


feel-ok.ch  Hier findet ihr mehrere Telefonnummern und Websites, die euch hoffentlich helfen können, sollte es euch mal nicht so gut gehen...

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